Vom Landgericht Verden wurde am 27.06. der Neonazi Marco S. in einem Berufungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung freisgesprochen. Er soll im Februar 2007 versucht haben einen Schwarzen mit einer Metallstange zu schlagen. Da die Aussagen der Zeugen, wahrscheinlich aufgrund der langen Zeitspanne zwischen Tat und Prozess, nicht detailliert genug waren und sich ein Kamerad des Beschuldigten zur Tat bekannte, wurde Marco S. freigesprochen.
"Nationale Offensive" - eine militante Kameradschaft mit Kontakten nach Gütersloh
Der Kameradschaft "Nationale Offensive Schaumburg" (NOS), die sich offiziell bereits im vergangenen Jahr vor einem drohenden Verbot selbst aufgelöst hatte, gehören weitere militante Neonazis wie beispielsweise Arwid S. aus Lindhorst (Kreis Schaumburg), der zurzeit eine Haftstrafe verbüßt, an. Marcus W., Führungskader der NOS, wohnt zurzeit im ostwestfälischen Minden. Aktiv ist die NOS jedoch nicht nur in Ostwestfalen-Lippe (OWL) und Schaumburg: Telefonterror und tätliche Angriffe auf vermeintlich Linke in der Region Hannover gehören ebenso dazu. Laut Verfassungsschutz wurde die NOS jedoch nicht als neonazistische Kameradschaft gewertet, da angeblich das "Führerprinzip" fehlte.
Heute agiert die Gruppe, die aus äußerst gewaltbereiten Neofaschisten besteht, unter dem Namen "Nationale Sozialisten aus Schaumburg und Ostwestfalen-Lippe". Enge Verstrickungen zu ihren Kameraden aus Nienburg, Verden und anderen Teilen Norddeutschlands sind bekannt. Erst vor zwei Wochen war es zu einem weiteren Angriff auf zwei Personen gekommen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren. Glücklicherweise wurde niemand schwer verletzt. Anders im Oktober des vergangenen Jahres: damals sollen nach Angaben des Staatsschutzes zwei Neonazis - darunter Marco S. - auf zwei Jugendliche eingeprügelt haben. Beide mussten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.